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Ärzte, Patienten und klinische Gutachter bewerten die Kommunikationsfähigkeiten von Ärzten in Umfragen nach dem Termin sehr unterschiedlich. Dies geht aus einer Studie hervor, die heute online in den Annals of Family Medicine veröffentlicht wurde.

Jenni Burt, PhD, leitende Sozialwissenschaftlerin am Healthcare Improvement Studies Institute der Universität von Cambridge in Großbritannien, und Kollegen fanden keine Korrelation zwischen den Bewertungen von Ärzten und Patienten (0, 009; P = 0, 854) oder zwischen den Bewertungen von Ärzten und ausgebildeten Kollegen klinische Bewerter (–0, 006; P = 0, 69). Es gab eine moderate und signifikante Korrelation zwischen Patienten- und klinischen Rater-Scores (0, 35; P = 0, 042).

Burt und Kollegen sagen, dass ihre Analyse zeigt, dass Ärzte möglicherweise nicht genau wissen, was Patienten und Peer-Beobachter für eine gute Kommunikation halten. Sie kommen zu dem Schluss, dass die Bewertung durch externe Kollegen ein wirksamer Ansatz zur Ermittlung von Kommunikationslücken und eine wichtige Ergänzung zur Verbesserung der Qualität der Gesundheitsversorgung ist.

"Unsere Studie liefert weitere Belege für die Bedeutung einer externen Bewertung der Kommunikationsfähigkeiten von Ärzten durch geschulte Kollegen als ersten Schritt zur Verbesserung des Standards der Kommunikation zwischen Arzt und Patient", schreiben die Autoren.

Burt und Kollegen analysierten Umfrageergebnisse von Patienten, die Termine bei 45 Hausärzten in 13 Praxen in England hatten.

Zu den Teilnehmern gehörten 503 Paare von Ärzten und Patienten, die einen Fragebogen mit sieben Punkten ausfüllten, wie gut Informationen kommuniziert wurden. Die Fragen betrafen Bereiche wie die Erklärung der Behandlungen und die Frage, ob der Arzt gut zuhörte und Probleme ernst nahm. Darüber hinaus bewerteten geschulte klinische Bewerter, alle Hausärzte selbst, eine Stichprobe von 55 der auf Video aufgezeichneten Sitzungen anhand derselben sieben Fragen.

Die Ergebnisse von Patienten, Ärzten und Bewertern wurden dann unter Verwendung von Korrelationskoeffizienten verglichen.

Die Ärzte bewerteten sich im Durchschnitt niedriger als die Patienten (durchschnittliche Arztbewertung 74, 5; durchschnittliche Patientenbewertung 94, 4); 63, 4% der Patienten gaben den Ärzten das Maximum von 100. Der durchschnittliche Rater-Score betrug jedoch 57, 3%.

Da die Ergebnisse so unterschiedlich sind, muss die Bewertung der Kommunikationsfähigkeiten von Ärzten möglicherweise mehr als nur die Ergebnisse der Patientenzufriedenheit umfassen, sagen die Autoren. Patienten neigen dazu, Ärzte höher zu bewerten als Ärzte selbst und höher als geschulte klinische Bewerter, was teilweise darauf zurückzuführen sein kann, dass einige Patienten daran gehindert sind, schlechte Erfahrungen auf einem Fragebogen zu identifizieren, sagen die Autoren.

Der Multisource-Ansatz zur Bewertung der Kommunikation mit Ärzten wird im Vereinigten Königreich verwendet, wo der General Medical Council von allen Ärzten verlangt, dass sie Patienten- und Kollegenfeedback als Teil der unterstützenden Informationen für die Erneuerung ihrer Zulassung zum Praktizieren erhalten, so die Autoren.

"Patientenfeedback ist und sollte ein zentraler Bestandteil der Bewertung der Qualität der Versorgung sein. Unsere Ergebnisse unterstützen jedoch die Rolle geschulter Peer Assessoren bei der Untersuchung der Kommunikationspraktiken von Ärzten bei jeder Multisource-Bewertung zur Untersuchung von Versorgungsstandards." schreiben.

"Wir würden ferner vorschlagen, dass die Präsentation von Rückmeldungen aus solchen Bewertungen die Unterstützung von Ärzten einschließt, um sich besser auf die Wahrnehmungen und Kommunikationsbedürfnisse ihrer Patienten einzustellen."

Praxen waren förderfähig, wenn mehr als ein Hausarzt mindestens zwei Tage in der Woche in direktem klinischen Kontakt mit Patienten arbeitete und in der nationalen Patientenumfrage 2009-2010 niedrige Werte für die Kommunikation zwischen Arzt und Patient aufwies.

Obwohl die Forscher anerkennen, dass die Wahl der Praktiken eine mögliche Einschränkung der Studie darstellt, da sie zu einer Verzerrung der Auswahl beitragen könnte, schreiben sie: "[W] Wir haben speziell nach Praktiken mit niedriger Punktzahl gesucht, um die Chance zu maximieren, dass einige Termine innerhalb der Praxis vergeben werden." niedrige Patientenbewertungen für die Kommunikation. "

In England bewerten 94% der Patienten alle Fragen zur Kommunikation mit Ärzten während eines Termins als gut oder sehr gut, erklären die Autoren.

Die Studie wurde vom Nationalen Institut für Gesundheitsforschung finanziert. Burt ist Berater des National Health Service England bei der GP-Patientenumfrage. Mitautoren waren Berater von Ipsos MORI, dem Gesundheitsministerium und anschließend von NHS England bei der Entwicklung der englischen GP-Patientenumfrage.

Ann Fam Med. 2018; 16: 330 & ndash; 337. Abstrakt

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